35 Jahre Städtepartnerschaft Bremen – Gdansk – ein schöner Anlass für die Polnisch-Deutsche-Gesellschaft Gdansk eine Bürgerreise nach Bremen anzubieten und durchzuführen. Dabei war es natürlich eine Selbstverständlichkeit für die Deutsch-Polnische-Gesellschaft Bremen, den Aufenthalt der Danziger Bürger vorzubereiten und den Gästen einen angenehme Zeit hier zu ermöglichen. Um es vorweg zu sagen: dies ist rundherum gelungen, das Programm war sehr abwechslungsreich, einige Mitglieder der DPG Bremen begleiteten die Gäste bei den verschiedenen Veranstaltungen, so fühlten sie sich immer gut betreut, die Sprachkenntnisse waren auf beiden Seiten mehr als ausreichend für einen lebhaften Austausch über die Eindrücke und das Erlebte. An dieser Stelle können nicht alle Programmpunkte ausführlich vorgestellt werden, herausragend waren eigentlich alle, natürlich war der offizielle Festakt im Rathaus mit dem anschließenden Besuch von „Polski Blues“ im Zirkuszelt in Osterholz ein absoluter Höhepunkt, der allen Beteiligten viel Spaß gemacht hat. Aber auch der Besuch des Mercedes Werks fand großes Interesse, die Führung durch die Bremer Altstadt, mit großem Kenntnisreichtum und viel Humor geleitet von Frau Mira Hoffmann, und die Schiffstour auf der Weser am Samstag bereiteten allen Gästen großes Vergnügen, auch deswegen, weil auf Wunsch einer einzelnen Dame das sehr bekannte Lied „Sto Lat“ gesungen wurde, begleitet von einer extra mitgebrachten Gitarre. Der Rhododendronpark bot am Sonnabend dann noch den Einblick in einen Teil der wunderbar blühenden Natur, die es in Bremen an verschiedenen Stellen zu bewundern gibt. Erwähnt werden sollte aber auch die Ausstellungseröffnung auf dem Geländer des Diako-Krankenhauses, die polnische Fotokünstlerin Agnieska Landson zeigt dort in den Fluren Schwarz-Weiß-Fotos von Bremen – selbst für alteingessene Bremer Bürger zeigten sich immer wieder überraschende Ansichten dieser Stadt, unser Altbürgermeister Hans Koschnik würdigte die Ausstellung mit einem Grußwort. Eine kleine Anmerkung zu dieser Veranstaltung: ich fand es schade, dass alle Wortbeiträge nur in deutscher Sprache gehalten wurden und es nicht einmal eine kurze Begrüßung oder Zusammenfassung über die Ausstellung in polnischer Sprache gab.
Ich hatte das Glück, die Gäste an allen Tagen von morgens bis abends begleiten zu können, mein Eindruck war, dass wirklich alle diese Tage hier genossen haben, auch die beiden gemeinsamen Mittagessen trugen zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Egal, ob sie das erste Mal oder schön des öfteren in Bremen waren, es war für jeden etwas dabei – nur diejenigen, die vielleicht auf Bremer Regenwetter gehofft hatten, wurden enttäuscht – Bremen zeigte sich die ganze Zeit von seiner sonnigsten, glänzenden Seite. Sehr berührt hat mich die Herzlichkeit, die uns während der gesamten Zeit entgegengebracht wurde - ich freue mich auf den Gegenbesuch in Danzig im September, es wird ein Wiedersehen mit neuen Freunden in einer mir eigentlich unbekannten Stadt, die mir aber jetzt schon sehr viel näher zu scheint.
Anna Athenstädt
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